Depressionen in den Wechseljahren

Hohes Risiko: Was hilft?

Frauen weisen ein höheres Risiko für Depressionen auf, wenn sie in die Wechseljahre kommen. Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe von Depressionen in den Wechseljahren.


Allgemeines über die Wechseljahre

Die Wechseljahre beginnen meist Mitte 40 und kennzeichnen den Übergang zu derjenigen Lebensphase, in der keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Zu Beginn der Wechseljahre beginnen die Eierstöcke, weniger Hormone zu produzieren. Dadurch bleibt der Eisprung häufiger aus und die allgemeine Fruchtbarkeit nimmt ab. Meist bemerken die Frauen den Beginn der Wechseljahre daran, dass die Menstruationszyklen unregelmäßiger ausfallen. Irgendwann bleibt die Menstruation schließlich ganz aus. Vom Zeitpunkt der letzten Periode, auch Menopause genannt, bis zum Abschluss der hormonellen Umstellung können noch einige Jahre vergehen.

Das typische Symptom der Wechseljahre sind Hitzewallungen. Dazu kommen oft Schweißausbrüche, ein allgemein vermehrtes Schwitzen sowie Nachtschweiß. Weitere Symptome sind Scheidentrockenheit, Schlafstörungen sowie Stimmungsschwankungen. Diese Stimmungsschwankungen sind nur ein Teil der psychischen Symptome, welche in den Wechseljahren auftreten können.


Allgemeines über Depressionen

Eine Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Die Betroffenen verspüren dabei meist eine innere Leere, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit oder Angst. Im Gegensatz zu depressiven Verstimmungen oder Stimmungstiefs kommen die Betroffenen aus dieser Herabgestimmtheit von selbst meist nicht raus. Zudem können Depressionen auch komplett unabhängig von äußeren Faktoren auftreten. Die Herabgestimmtheit wird oftmals begleitet von anderen Symptomen, wie Schlafstörungen, Libidoverlust und Konzentrationsschwierigkeiten.

Depressionen können diverse Ursachen haben. Dazu gehören genetische Veranlagungen, Stress, traumatische Erlebnisse oder ein gestörter Stoffwechsel im Gehirn. Dabei sind oftmals ein gestörter Noradrenalin- oder Serotoninspiegel für Depressionen verantwortlich.


Ursachen von Depressionen in Wechseljahren

Viele Frauen berichten von Gemütsschwankungen, Traurigkeit oder Schwermut während der Wechseljahre. Häufig wird darüber berichtet, dass der unausweichliche Hormonabfall zu Depressionen beiträgt. Dabei ist der tatsächliche Prozess etwas komplizierter.

Die Wechseljahre kennzeichnen eine Phase der hormonellen Umstellung, in welcher neurochemische Veränderungen im Gehirn stattfinden. Studien belegen dabei, dass Sexualhormone die neurochemischen Signalwege im Gehirn beeinflussen.

Das wichtigste Hormon dabei ist Östrogen, ein weibliches Sexualhormon. Dieses greift nämlich in den Serotonin- und Dopamin-Stoffwechsel ein. Serotonin und Dopamin steuern emotionale und kognitive Eigenschaften, und bilden ein fragiles Gleichgewicht; falls dieses durcheinander kommt, können depressive Verstimmungen oder Stimmungsschwankungen entstehen, und Depressionen begünstigt werden. Durch den Abfall des Östrogenspiegels kann sich der Serotonin- und Dopamin-Stoffwechsel verändern, was oftmals am Ursprung von Depressionen in den Wechseljahren steht.

Wichtig zu beachten ist, dass Depressionen in den Wechseljahren oftmals von anderen Faktoren begleitet werden, welche die Symptome noch verschlimmern können. Dazu gehören Sorgen über die eigene Gesundheit oder die Gesundheit der Eltern, finanzielle Sorgen oder auch Trauer oder Unsicherheit über den Auszug der eigenen Kinder.

Noch ist nicht vollständig geklärt, ob die Wechseljahre tatsächlich Depressionen verursachen. Jedoch kann der sinkende Östrogenspiegel eine bereits vorhandene Depression verschlimmern oder die Entstehung begünstigen, was von mehreren Studien belegt wurde.


Behandlung von Depressionen in den Wechseljahren

Falls der Verdacht auf Depressionen besteht, sollte auf alle Fälle ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Dies kann auch dabei helfen, ‘echte’ Depressionen von depressiver Verstimmung zu unterscheiden.

Die Behandlung muss jeweils sehr individuell an die Beschwerden der Betroffenen angepasst werden. In gewissen Fällen kann eine Hormonersatztherapie helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und manchmal sollte ein Antidepressivum in Begleitung verschrieben werden, da die Hormonersatztherapie nicht ausreicht. Primär ist es wichtig zu eruieren, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Falls die typischen Beschwerden der Wechseljahre die Hauptsymptome sind, und die Depression eher als Begleitsymptom auftritt, ist meist eine Hormonersatztherapie sinnvoll. Falls die Depression das Hauptsymptom ist, helfen Hormone allein in der Regel nicht aus. In beiden Fällen ist eine begleitende Psychotherapie meist sehr hilfreich.

Nicht alle Frauen wünschen eine Hormonersatztherapie, da solche Therapien oft Risiken oder Nebenwirkungen bergen. Es gibt daher auch pflanzliche Präparate, welche ausprobiert werden können. Baldrian, Passionsblume oder Melisse können gegen Nervosität und Unruhe helfen. Johanniskraut kann, in hoher Konzentration, gegen Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen eingesetzt werden. Falls die pflanzlichen Mittel nicht aushelfen, sollte trotzdem unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Depressionen sollten niemals unbehandelt bleiben.

Wichtig ist, dass eine Behandlung stets mit einem gesunden Lebensstil kombiniert wird, da sich dies positiv auf Depressionen auswirken kann. Insbesondere viel Bewegung an frischer Luft ist wichtig, da Bewegung den Dopaminspiegel anheben kann. Zudem sollte Alkohol und Nikotin möglichst gemieden, und soziale Kontakte gepflegt werden.


Kann man Depressionen in den Wechseljahren vorbeugen?

Wechseljahresbedingte Depressionen können zwar per se nicht verhindert werden, jedoch kann der Effekt abgeschwächt und das Risiko reduziert werden. Insbesondere wichtig ist ein stabiles soziales Umfeld. Soziale Kontakte bieten Unterstützung und können Betroffenen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen. Außerdem haben Studien gezeigt, dass gezielte Entspannungstechniken Stress und Ängste reduzieren können. Zudem ist es bereits vor den Wechseljahren wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen, um allfälligen psychischen Erkrankungen vorzubeugen.