Vorzeitiger Samenerguss - das sollten Sie wissen

Definition, Ursachen, Behandlung & Therapie

Der vorzeitige Samenerguss wird in der Fachsprache Ejaculatio praecox genannt. Betroffen sind Männer aller Altersgruppen.

Darüber, wie lange Männer bis zum Höhepunkt brauchen, existieren viele übertriebene Vorstellungen. In Wirklichkeit kann die Dauer von Mann zu Mann und auch von Mal zu Mal schwanken. Interessant ist außerdem, dass sich viele Männer bei der Zeitangabe stark überschätzen.

Da stellt sich die Frage: Wie früh ist überhaupt „vorzeitig“? Ab wann spricht man von einem „vorzeitigen“ Samenerguss? Und wenn bei mir Ejaculatio praecox festgestellt wurde, was hilft wirklich? Die Antworten bekommen Sie hier.

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Was ist ein vorzeitiger Samenerguss?

Zurzeit gibt es noch keine einheitliche Definition für den vorzeitigen Samenerguss.

Nach Definition der WHO bezeichnet Ejaculatio praecox die Unfähigkeit, den Zeitpunkt des Samenergusses ausreichend zu kontrollieren, damit der Geschlechtsverkehr für beide Partner befriedigend ist.

Das heißt, dass es bei mehr als drei Viertel der Sexualkontakte bereits vor, während oder kurz nach dem Eindringen in die Vagina zum Samenerguss kommt.
 
Beim vorzeitigen Samenerguss spielen generell 3 Faktoren eine Rolle:

1. Die Ejakulation erfolgt weniger als 2 Minuten nach Penetration.

2. Der Betroffene hat das Gefühl, den Zeitpunkt des Samenergusses nicht oder nicht ausreichend kontrollieren zu können.

3. Der Betroffene leidet unter negativen psychischen Folgen wie Stress, Frustration und Ärger was zur Vermeidung von sexueller Intimität führt.
Wenn es andauernd oder immer wieder zum vorzeitigem Samenerguss kommt und es für den Betroffenen einen großen Leidensdruck bedeutet, wird die Diagnose Ejaculatio praecox gestellt.

Kommt es nur gelegentlich zu einem frühen Samenerguss, ist das normal und kein Grund zur Sorge.
 

Doch wie früh ist „vorzeitig“?

Im Durchschnitt dauert es 5 bis 7 Minuten bis zum Samenerguss. Die Dauer schwankt jedoch von Mann zu Mann zwischen einer Minute bis zu mehr als einer halben Stunde.

Daher ist eine einheitliche Definition des vorzeitigen Samenergusses nicht einfach. Das wichtigste Kriterium ist das subjektive Empfinden des Betroffenen oder seiner Partnerin, dass regelmäßig ein zu früher Samenerguss stattfindet.
 

Was sind Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss?

Eine vorzeitige Ejakulation kann verschiedene Auslöser haben. In der Medizin wird zwischen einem lebenslangen (primären) und einem erworbenen (sekundären) vorzeitigem Samenerguss unterschieden. Die primäre Form besteht seit Beginn der ersten sexuellen Aktivität. Die sekundäre Form tritt erst später im Leben auf.

Lange Zeit nahmen Ärzte an, dass die Ejaculatio praecox nur auf psychische Faktoren zurückzuführen ist. Mittlerweile ist aber bekannt, dass auch einige körperliche Faktoren und Krankheiten die Ursache sein können.
 
Zu den körperlichen Ursachen gehören:

·      Hypersensibilität des Penis bzw. der Eichel
·      Fehlregulierung in der Nervenreizübertragung
·      Fehlregulation von Botenstoffen im Gehirn
·      Genetische Faktoren evtl.

Auch als Begleiterscheinung bei Prostataentzündung oder Schilddrüsenerkrankungen ist ein vorzeitiger Samenerguss möglich.
 
Zu den psychischen Auslösern gehören:

·      Versagensangst, Leistungsdruck
·      Sexuelle Störungen in der frühen Kindheit
·      Probleme in der Partnerschaft
·      Unregelmäßiger Geschlechtsverkehr bzw. sexuelle Unerfahrenheit

In den meisten Fällen ist der vorzeitige Samenerguss nicht körperlich bedingt. Vor allem in jungen Jahren tritt die vorzeitige Ejakulation in aufregenden Situation auf. Mit zunehmendem Alter und sexueller Erfahrung lernen Männer ihren Ejakulationsreflex einzuschätzen und zu kontrollieren.

Oft tritt der vorzeitige Samenerguss auch im Zusammenhang mit Erektionsstörungen auf.
 

Wie viele Männer sind davon betroffen?

Der vorzeitige Samenerguss gehört zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes.

Da die Definition von Ejaculatio praecox lang nicht eindeutig war, kann auch die tatsächliche Häufigkeit nur schwer festgelegt werden. Je nach Definition sind zwischen 5 bis 30 Prozent der Männer aller Altersgruppen davon betroffen.

Regional und geographisch gibt es starke Unterschiede in der Häufigkeit. Am meisten verbreitet ist die Ejaculatio praecox in Asien, Zentral- und Südamerika.

Tatsächlich haben nur vier Prozent der Männer fast gar keine Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation.
 

Wie wird die Diagnose Ejaculatio praecox gestellt?

Die Diagnose des vorzeitigen Samenergusses basiert auf einer genauen Anamnese. Der Arzt wird daher vor allem Fragen bezüglich Ihrem Sexualleben, Sozialleben, körperlichem Zustand und Medikamenteneinnahme stellen.

Diese Fragen sind wichtig, um die Diagnose Ejaculatio praecox zu bestätigen und die Ursache zu finden.

Faktoren wie ein neuer Partner, neue sexuelle Situation, Alkohol, Drogen oder Medikamente sind Ausschlusskriterien für die Diagnose.

Weitere Untersuchungen werden nur durchgeführt, wenn der Verdacht für eine körperliche Ursache vorliegt.  


Der Urologe wird gegebenenfalls folgende Untersuchungen durchführen:

1. Biothesiometrie: Veränderungen der Nerven können erkannt oder ausgeschlossen werden
2. Beckenboden-EMG: Beurteilung der Muskulatur des Beckenbodens
3. Doppler-Duplex-Sonographie: Messung der Penisgefäße
4. Untersuchung des Schwellkörpers
5. Blutuntersuchung: Bestimmung des Hormonhaushalts
 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Diagnosestellung und weiterführende Untersuchungen sind wichtig, um die Ursache für den vorzeitigen Samenerguss zu finden. Je nachdem ob die Auslöser psychisch oder körperlich bedingt sind, wird die passende Therapie ausgewählt.

Dazu gehören die Psychotherapie, nicht-medikamentöse und medikamentöse Behandlungsmethoden.

In vielen Fällen bietet sich auch eine Kombination der verschiedenen Behandlungen an.


Psychotherapie

Das Ziel der Psychotherapie ist vor allem den Kreislauf von Angst und vorzeitigem Samenerguss zu unterbrechen. Auch kann die Therapie helfen bestimmte Denk- und Verhaltensmuster anzupassen und den sexuellen Leistungsdruck abzubauen. Wenn möglich sollte die Partnerin mit einbezogen werden.


Mögliche psychotherapeutische Methoden sind:

  • Sexualtherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Paartherapie
  • Familientherapie

 
Nicht-Medikamentöse Therapie

Dazu gehören verschiedene Methoden, die helfen den Samenerguss hinauszuzögern.

Die Start-Stopp-Methode und die Squeeze-Methode sind schon seit den 70er Jahren bekannt.
 

1. Die Start-Stopp-Methode

Mit dieser Methode können Betroffene lernen die eigene Erregung besser wahrzunehmen und zu steuern. Zuerst wird der Penis für ungefähr 10 bis 15 Sekunden stimuliert und knapp vor dem Samenerguss wird die Stimulation unterbrochen. Lässt die sexuelle Erregung nach wird wieder mit der Stimulierung begonnen. Durch die wiederholten Pausen kann der Zeitpunkt der Ejakulation hinausgezögert werden. Bei regelmäßigem Training kann sich die Ejakulationszeit mit der Zeit verlängern.   
 
2. Squeeze-Methode

Auch bei dieser Methode wird der Sex kurz vor dem Ejakulationsreiz unterbrochen, indem der Penis aus der Scheide gezogen wird. Der Mann drückt dann mit dem Daumennagel in den Bereich des Vorhautbändchens. Durch den Schmerzreiz wird der Ejakulationsreflex unterbrochen.

Beide Methoden brauchen etwas Übung. Auch sollten die Techniken in entspannter Atmosphäre durchgeführt werden.
 
3. (Spezielle) Kondome

Bei manchen Männern hilft auch schon die Verwendung eines Kondoms.
Da Kondome die Sensibilität des Penis verringern, kann dadurch der Ejakulationsreflex verzögert werden.

Außerdem gibt es in jeder Drogerie Kondome, die in der Kondomspitze einen Tropfen Lokalanästhetikum enthalten. Dadurch wird die Reizbarkeit der Eichel reduziert, sodass die Ejakulation hinausgezögert werden kann.
 
4.Gezieltes Beckenbodentraining

Der Beckenboden ist eine Art Muskelplatte, die sich zwischen Anus und Genitalien befindet. Einerseits stützt er Darm und Blase bei körperlicher Aktivität und andererseits spielt er eine große Rolle bei der sexuellen Aktivität.
Der vordere Teil des Beckenbodens ist wichtig für die Erektion, den Blutfluss in den Schwellkörper und die Ejakulation.

Durch regelmäßiges Beckenbodentraining kann der Mann lernen, die Beckenbodenmuskeln willentlich zu bewegen und zu stärken.
 

Medikamentöse Therapie

1. Lokale Therapie

Durch die Verwendung von anästhesierenden Gelen oder Sprays (z.B. Lidocain, Emla) wird die Sensibilität des Penis herabgesetzt. Das Gel wird 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr auf die Eichel aufgetragen. Allerdings kann das Gel auch die Empfindung der Partnerin beeinträchtigen.
 
2. Medikamente zum Einnehmen

Zur medikamentösen Behandlung werden meistens Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI) oder trizyklische Antidepressiva (Clomipramin) eingesetzt. Die Verzögerung der Ejakulation ist eigentlich nur die Nebenwirkung von diesen Antidepressiva, da sie den Ejakulationsreflex hemmen.

Bisher ist in Europa nur Dapoxetin zur Behandlung bei Ejaculatio praecox zugelassen. Bekannt ist der Wirkstoff unter dem Namen Priligy®. Das Medikament wirkt schnell und kurz und ist daher für die Therapie nach Bedarf gut geeignet. Der Wirkstoff verlängert die Zeit bis zum Samenerguss durchschnittlich um ein bis zwei Minuten.

Andere SSRI wie Paroxetin und Fluoxetin haben keine Zulassung, sind aber deutlich günstiger und wirksamer. Ärzte können diese Medikamente als „Off-Label“ Behandlung verschreiben.

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