Geschlechtskrankheiten erkennen und davor schützen

Symptome, Arten & Behandlungsmöglichkeiten

Ansteckende Geschlechtskrankheiten oder STD´s (sexually transmitted disease), die über Intimkontakt übertragen werden, können heutzutage beinahe jede Person treffen. Dieses Thema ist jedoch weitgehend ein Tabuthema. Geschlechtskrankheiten sind nicht immer einfach zu erkennen, da die Betroffenen oft keine Symptome zeigen und die Infektion unentdeckt bleibt. Außerdem sind die Symptome manchmal schwierig der richtigen Krankheit zuzuordnen.

Es gibt jedoch auch sexuell übertragbare Infektionen, kurz STI´s (sexually transmitted infections) genannt, die ganz klar erkennbar sind und daher einfach identifiziert werden können, wie zum Beispiel Warzenbefall im Genitalbereich, Schmerzen beim Wasserlassen, joghurtartiger Ausfluss oder unangenehmer, fischiger Geruch.

In der Regel sind die Mehrheit STI´s relativ einfach zu behandeln. Doch wenn eine solche Geschlechtskrankheit unbehandelt bleibt, können die Folgen verheerend sein und im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit oder Krebs führen.
Wir berichten Ihnen alles zum Thema Geschlechtskrankheit erkennen und wie Sie sich am besten schützen können.

 

Inhaltsverzeichnis

Wie erkenne ich eine Geschlechtskrankheit?
Folgende Symptome können auf eine Geschlechtskrankheit hindeuten:
Wer ist besonders anfällig für die Ansteckung?
Wie findet die Ansteckung bei einer Geschlechtskrankheit statt?
Was tun bei Symptomen einer Geschlechtskrankheit?
Wie werden sexuell übertragbare Krankheiten getestet?
Was ist bei einem positiven Test zu tun?
Das Kondom
Das Kondom für die Frau
Fingerlinge
Das Lecktuch
 

 


Wie erkenne ich eine Geschlechtskrankheit?

Gerade Geschlechtskrankheiten sind recht schwierig zu identifizieren und Sie sollten bei Verdacht in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Es gibt gewisse Symptome, die den Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit bestätigen können. Hier gilt immer Ruhe zu bewahren und keine Selbstbehandlung mit Medikamenten zu starten, denn es gibt beim Arzt Tests, die eindeutig sind und es somit unnötig ist, den Körper Medikamenten auszusetzen, die er eventuell gar nicht benötigt. Wenn Sie sich davor scheuen, persönlich zum Arzt zu gehen, so können Sie sich an eine Online Sprechstunde oder Online Apotheke wenden, die mit Ärzten zusammenarbeitet, welche durch geschickte Fragestellung herausfinden können, ob Sie eventuell eine solche Krankheit haben.


Folgende Symptome können auf eine Geschlechtskrankheit hindeuten:

  • Juckreiz  (zum Beispiel bei Chlamydien, Tripper, Pilzinfektionen und Trichomoniasis)
  • Brennendes Gefühl der Schleimhäute beim Sex (zum Beispiel bei Scheidenpilz)
  • Schmerzen beim Wasserlassen und Harndrang (zum Beispiel Tripper und Ureaplasma Urealyticum Bakterien)
  • Ausschlag, Warzen im und um den Genitalbereich (zum Beispiel bei Syphilis, Feigwarzen und Herpes im Mund bzw. im Genetalbereich)
  • Abgeschlagenheit
  • Aphten
  • Fieber
  • Gliederschmerzen
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Belegte Zunge
  • Ausfluss aus Scheide, Harnröhre, Anus oder Penis (zum Beispiel bei bakterieller Vaginose, Ureaplasma Urealyticum Bakterien, Pilzinfektionen, Chlamydien, Tripper oder Trichomoniasis)
  • Unterleibsschmerzen
  • Schmerzen im Bereich Penis, Hoden oder der Scheide
  • Blutungsstörungen bei der Frau (zum Beispiel bei Tripper oder bei Chlamydien)
  • Lebervergrößerung und Gelbfärbung von Augen sowie Haut (bei Hepatitis B)


Übersicht über die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und die entsprechende Behandlungsform

In Deutschland besteht eine gesetzliche Meldepflicht bei HIV und Syphilis, doch nicht bei anderen Geschlechtskrankheiten, daher geht man von Schätzungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) aus. Die häufigsten Geschlechtskrankheiten sind laut den Angaben des ECDC die Folgenden:

Erreger Symptome Behandlung Vorbeugung und Schutz
Chlamydia trachomatis - Viele Menschen haben gar keine Symptome, darunter vor allen Dingen Frauen.
- Bei Männern: Entzündung der Harnröhre, Druckgefühl und Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen und eitriger Ausfluss.
- Bei Frauen: Scheideninfektion, Brennen und Jucken im Bereich Vagina oder Harnröhre
Antibiotika Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau
Tripper (Gonorrhoe) - Übelriechender Ausfluss aus Harnröhre oder Vagina - Schmerzen beim Wasserlassen.
- Unterleibsschmerzen
- Häufig treten aber auch keine Symptome auf oder sie werden nicht bemerkt
Antibiotika Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau
Ureaplasma Urealyticum Bakterien - Bei Frauen häufig ohne Symptome
- Rötungen und Entzündungen im Genitalbereich
- Schmerzen und Brennen beim Urinieren
- Harndrang
- Ungewöhnlicher Ausfluss (bei der Frau vaginal, beim Mann aus der Harnröhre)
Unterleibsschmerzen
Antibiotika Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau
Syphilis (Lues) 1. Primärstadium:
Es entsteht ein roter Fleck an der Stelle der Infektion, aus dem sich ein scharf begrenztes, nässendes Geschwür mit einem gelblichen Grund entwickelt. Sie ist hochinfektiös, schmerzt aber nicht. Es können auch gleichzeitig mehrere Geschwüre auftreten.
2. Sekundärstadium:  
Grippeartige Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.
Es entwickeln sich Lymphknotenschwellungen
Juckender Hautausschlag
Haarausfall
3. Tertiärstadium:
Müdigkeit und nächtliche Schweißausbrüche
Geschwollene Lymphknoten
Linsenförmiger, masernähnlicher Hautausschlag am Rumpf und den Handinnenflächen sowie Fußsohlen
Nässende Schleimhautveränderungen
Sehstörungen
Herzklappeninsuffizienz
Entzündung der Sehnerven
Aortenaneurysma
4. Quartär Stadium - Tabes dorsalis Symptome:
Lanzenstichartige Schmerzen in Bauch und Beinen
Gangunsicherheiten
Gefühlsstörungen
Störungen der Blasen- und Darmfunktion
Lähmungen
Schäden am Rückenmark
Antibiotika Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau
Genitalherpes - Schmerzhafte Hautentzündung
- Kleine Bläschen in Grüppchen, die einreißen und nässen können
- Krustenbildung beim Abheilen
- Hautjucken und -brennen
- Frauen: Schmerzen beim Wasserlassen
Antivirale Mittel wie Valtrex (nicht heilbar) Genaue Kontrolle des Gegenübers auf Lippenherpes, Kondom, Lecktuch, Kondom für die Frau
HIV - Fieber
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit oder Unwohlsein
- starker Nachtschweiß
- Durchfall
- Abgeschlagenheit
- Mandel- und Lymphknotenschwellungen
- Muskelschmerzen
Antivirale Medikamente (nicht heilbar) Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau
Feigwarzen durch Papillomavirus - Oft verspürt man bei Feigwarzen weder Schmerzen noch sonstige Symptome.
- Mögliches Jucken und Brennen der Warzen
- Durch Kontakt oder Reibung kann es auch zu leichten Blutungen, bei Frauen eventuell zu Ausfluss kommen
Antivirale Cremes, operative Entfernung der Warzen durch Laser- oder Kältetherapie Impfung, Übertragbarkeit trotz Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau hoch, da nicht alle Bereiche abgedeckt werden und auch über die Benutzung des gleichen Handtuchs die Infizierung erfolgen kann
Hepatitis B - Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
- Kopf- und - Gliederschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen,
- Bauchschmerzen
- Leichtes Fieber
Heilt in vielen Fällen von selbst ab. Antivirale Mittel bei chronischen Symptomen -  nicht heilbar bei leichter Übertragung Impfung, Kondom, Kondom für die Frau, Lecktuch
Hepatitis C - Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Leichtes Fieber
Antivirale Medikamente, wird nur über Blut übertragen, heilbar Kondom, Kondom für die Frau, Lecktuch

 

Die folgenden beiden sehr verbreiteten Scheideninfektion zählen nicht zu den Geschlechtskrankheiten. Sie werden jedoch genannt, damit die Frau auch hier weiß, wie diese Infektionen zu behandeln sind. Die Verbreitung der bakteriellen Vaginose kann im Übrigen durch Geschlechtsverkehr begünstigt werden.

Erreger Symptome Behandlung Vorbeugung und Schutz
Scheidenpilz - Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Dickflüssiger, quarkartiger Ausfluss
- Gerötete und geschwollene Schamlippen
- Brennen rund um die Vulva
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Entzündung im Bereich der Scheide
- Hautrisse am Scheideneingang
Antifungale Cremes und Vaginalzäpfchen Bei der Einnahme von Antibiotika sollte gleichzeitig auf den Schutz der Vaginalschleimhaut durch die Einnahme von Milchsäurebakterien geachtet werden. Die Übertragung ist möglich, daher Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau verwenden
Bakterille Vaginose Vermehrter, dünnflüssiger und weiß-grauer Ausfluss mit einem fischartigen Geruch Antibiotika Lecktuch, Kondom, Kondom für die Frau

 

Wer ist besonders anfällig für die Ansteckung?

Ihr Risiko sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion angesteckt zu haben, kann erhöht sein, wenn Sie zu den folgenden Personengruppen gehören:

  • Männer, die kein Kondom benutzen können oder möchten
  • Frauen, die nicht auf Verhütung durch Kondom, Frauenkondom und Lecktuch achten
  • Sexuell aktive Frauen zwischen 15 und 24 Jahren
  • Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
  • Frauen, die bereits an einer bakteriellen Vaginose leiden
  • Frauen, die an chronischer Scheidentrockenheit leiden
  • Kinder von Hepatitis-B-infizierten Müttern
  • Medizinisches Personal
  • Herkunft aus Endemiegebieten wie Osteuropa, Afrika oder Süd-Ost-Asien
  • Prostituierte
  • Dialysepatienten
  • HIV-Infizierte (Überträger und Empfänger)
  • Menschen mit einem schwachen Immunsystem aufgrund von Stress, Krankheiten oder Medikamenteneinnahme
  • Anwender von intravenösen Drogen (Verwendung des gleichen Spritzbestecks)


Wie findet die Ansteckung bei einer Geschlechtskrankheit statt?

Die Übertragung findet durch den Austausch von Körperflüssigkeiten statt. Durch direkten Kontakt mit infizierten Hautregionen oder im Fall von Feigwarzen durch die Benutzung des gleichen Handtuchs. Der Kontakt mit den Schleimhäuten mit Mund und Hand kann in vielen Fällen schon ausreichen und es muss kein Sex stattfinden. Bei Herpes kann bereits der orale Kontakt durch eine Person mit Herpes simplex an der Lippe stattfinden. Mangelnde Hygiene bei der gemeinsamen Verwendung von Sexspielzeug oder Spritzbesteck kann ebenfalls eine Übertragung ermöglichen.


Was tun bei Symptomen einer Geschlechtskrankheit?

Es gibt nur einen sicheren Weg, um es genau zu wissen. Sie sollten sich beim Arzt testen lassen. Sowohl Hausarzt, Gynäkologe, Urologe als auch Dermatologe sind hier geeignete Ansprechpartner. Eventuell können Sie auch direkt zum Gesundheitsamt gehen und sich dort testen lassen. Mittlerweile können Sie auch per Internet Tests bestellen, die dann durch ein Labor ausgewertet werden, bei dem Sie den Test einschicken. Durch Online-Sprechstunden, die meist von Online Apotheken angeboten werden, können Sie zusammen mit einem Arzt ebenfalls ermitteln, was genau getan werden sollte, wenn Sie nicht persönlich zum Arzt gehen möchten. Häufig können Sie dann auch direkt ein Rezept für das entsprechende Medikament erhalten, wenn Sie in der Online-Sprechstunde oder nach einem positiven Test ganz genau das Ergebnis wissen. Wenn Sie starke Symptome aufweisen, dann sollten Sie immer persönlich zum Arzt gehen.


Wie werden sexuell übertragbare Krankheiten getestet?

Je nach Geschlechtskrankheit variieren die Tests. Es gibt Tests, die online bestellt werden können. Hierbei handelt es sich um Urintests und vaginale Abstriche, die der Anwender an ein Labor schickt, wo diese ausgewertet werden. Müssen jedoch After, Mund oder gar die Augen getestet werden, dann geht das nur direkt beim Arzt. In medizinischen Einrichtungen werden dazu Bluttests und Gewebeprobe - Analysen gemacht. Leider gibt es bis dato noch keinen Test, der alle sexuell übertragbaren Krankheiten abdeckt.


Was ist bei einem positiven Test zu tun?

1. Das Testergebnis muss mit einem Arzt besprochen werden, auch wenn Sie einen Test für den Heimgebrauch gemacht haben, der dann durch ein Labor ausgewertet wurde. In den meisten Fällen wird ein entsprechendes Antibiotikum verabreicht, das vollständig bis zur letzten Tablette eingenommen werden sollte. Frauen sollten an dieser Stelle wissen, dass sie durch die Antibiotika Einnahme einen Scheidenpilz bekommen können, da die Milchsäurebakterien abgetötet werden. Hierzu sollte der Arzt befragt werden.

2. Für einige Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel Hepatitis A und B sowie bei humanen Papillomaviren (HPV) gibt es mittlerweile Impfungen.
Sie sollten auf jeden Fall alle in der letzten Zeit vorangegangen Sexualpartner informieren, damit die sexuell übertragbare Krankheit nicht weiter verbreitet wird. Wenn Sie sich in einer Beziehung befinden, dann sollte in jedem Fall der Partner mitbehandelt werden.


Wie kann man sich vor Geschlechtskrankheiten schützen?

Bei wechselnden Geschlechtspartnern sind regelmäßige Tests anzuraten. Wenn Sie einen neuen Partner haben, dann sollten Sie sich beide testen lassen, bevor Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Verhütungsmittel zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten sind heutzutage die einzige direkte Maßnahme. Hier gibt es verschiedene Varianten:

 

Das Kondom

Das herkömmliche Kondom bestehend aus Latex oder Gummi ist nach wie vor ein zuverlässiges Mittel zum Schutz, doch leider schützt es nicht vor allen Geschlechtskrankheiten, da viele Krankheiten auf andere Weise übertragen werden. Zum Beispiel Chlamydien werden durch den Kontakt von Schleimhäuten übertragen. Verwenden Sie fettfreie Gleitmittel, um zum Beispiel latexhaltige Kondome nicht zu beschädigen.



Das Kondom für die Frau

Das Femidom ist das Kondom für die Frau. Es besteht aus Gummi oder Latex, sieht aus wie ein Kondom, ist jedoch größer. Die Anwendung erfolgt durch Einlegen des Kondoms in die Scheide, was für manche Anwenderinnen etwas kompliziert sein kann. Der Vorteil liegt darin, dass dieses Kondom weniger platzt als das Kondom für den Mann. Es ist neben dem Kondom für den Mann das einzige Verhütungsmittel, mit dem Sie sich auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten (wie HIV) schützen können. In der Anwendung ist es allerdings komplizierter als das Kondom für Männer. Erfahren Sie hier mehr über das Femidom. Um das Femidom nicht zu beschädigen, sollte ein fettfreies Gleitmittel verwendet werden.



Fingerlinge

Fingerkondome oder Fingerlinge sind aus dem gleichen Material wie ein Kondom und bedecken den Finger. Diese Maßnahme ist zwar weniger bekannt, stellt jedoch ein sicheres Hilfsmittel zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten dar.



Das Lecktuch

Bestehend aus Latex oder Gummi, genau wie das Kondom, wird das Lecktuch auf die Vagina und alle umliegenden Bereiche gelegt und sichert somit, dass der Mund nicht mit der Genitalschleimhaut in Berührung kommt. Ebenso kann es auf den After aufgelegt werden. Dieser Verhütungsschutz ist bis dato eher in der Lesben-Szene bekannt, was sehr schade ist, da viele Geschlechtskrankheiten oral übertragen werden.